Bewege jede Stimme den kürzesten Weg zum nächsten Akkord und die Harmonik klingt nicht mehr wie eine Folge, sondern wie eine Geschichte.
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Synthetische Stimme, keine Studioaufnahme
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Was du lernen wirst
- Die vier klassischen Stimmführungsregeln und warum es sie gibt.
- Wie gemeinsame Töne zwei Akkorde miteinander verbinden.
- Wie man Akkordumkehrungen wählt, die die Bewegung minimieren.
- Warum Quint- und Oktavparallelen die Textur schwächen.
Das Konzept
Bei der Stimmführung geht es darum, eine Akkordfolge wie vier gleichzeitig singende Menschen zu behandeln. Jede Stimme (Sopran, Alt, Tenor, Bass) hat ihre eigene Linie, und je geschmeidiger diese Linien, desto unausweichlicher klingt die Harmonik.
Die oberste Regel ist minimale Bewegung. Wenn zwei Akkorde einen Ton teilen, halte diesen Ton in derselben Stimme. Wenn sich eine Stimme bewegen muss, ziehe einen Schritt einem Sprung vor. Große Sprünge zwischen Akkorden sind nicht verboten, aber sie kosten dramatisches Kapital und sollten gezielt eingesetzt werden.
Reine Quint- und Oktavparallelen zwischen zwei Stimmen schwächen die Unabhängigkeit der Textur, weil die beiden Stimmen kurzzeitig zu einer verschmelzen. Die klassische Stimmführung vermeidet sie; Rock nutzt sie oft absichtlich (Powerchords sind nichts anderes als Quintparallelen).
Auf der Gitarre
Spiele C-Dur und F-Dur mit offenen Akkordformen. Beachte, wie der Ton C nach C bewegt (gehalten), das E nach F hinaufgeht, das G als G bleibt. Diese Geschmeidigkeit ist Stimmführung bei der Arbeit.
Probiere dieselben Akkorde mit engen Dreiklängen auf den drei höchsten Saiten und du kannst die Gegenbewegung noch deutlicher hören.
Übungen
- 01
Nimm eine I IV V I-Progression und spiele sie zweimal: einmal mit Akkordformen, die springen, einmal mit Umkehrungen, die sich schrittweise bewegen.
- 02
Bestimme den gemeinsamen Ton zwischen zwei beliebigen Akkorden, die dir begegnen, und halte ihn in einer Stimme.
- 03
Spiele eine Progression mit vier Akkorden, die nur enge Dreiklänge auf den drei höchsten Saiten verwendet.
- 04
Singe die Sopranstimme eines Chorals, während du den Rest des Akkords auf der Gitarre spielst.
Häufige Fehler
- Stimmführung als klassisches Regelbuch zu behandeln. Sie ist meist gesunder Menschenverstand, sobald du sie hörst.
- Einen Akkord immer mit dem Grundton im Bass hinzuknallen. Umkehrungen gibt es aus gutem Grund.
Hören, spielen, erschaffen
- Hören: Jeder Bach-Choral zeigt nahezu perfekte Stimmführung.
- Spielen: Arrangiere einen Pop-Song mit engen Dreiklang-Voicings, die sich schrittweise bewegen.
- Erschaffen: Schreibe eine viertaktige Progression, in der sich die Sopranstimme nur in Schritten bewegt.
Diese Werkzeuge nutzen
Weiterführende Lektüre
Stimmführung ist der Unterschied zwischen einem Akkordraster und einem Lied, das singt. Geschmeidige Bewegung verkauft die Harmonik.
